Was sind Fehlerursachen?
Die vertikale Position von Ablaufstelle bezüglich Kanal und Rückstauebene gilt als wesentliches Kriterium für den korrekten Einsatz von Abwasserhebeanlagen nach DIN EN 12050. So wird bei fehlendem Gefälle Abwasser in den Kanal gepumpt. Und bei einer Anbindung unterhalb der Rückstauebene das Gebäude vor Überflutung von außen geschützt. Vollkommen überflüssig hingegen ist der Einsatz von Hebeanlagen bei ausreichendem Gefälle oberhalb der Rückstauebene. Häufig werden die beiden Abwasserströme ober- und unterhalb der Rückstauebene gemeinsam abgeleitet. Dies schafft bei Betriebsstörungen das unnötige Risiko einer inneren Überflutung.
Ein weiterer grundlegender Fehler ist, dass Regenwasser- und Schmutzwasserfallleitungen oberhalb der Rückstauebene an eine Abwasser-Hebeanlage angeschlossen werden. In beiden Fällen wird der Hebeanlage mehr Abwasser als nötig zugeführt. Dies treibt die Investitions- und Betriebskosten unnötig in die Höhe. Sind die Wassermengen, wie etwa bei Starkregenfällen, besonders hoch, kann die Hebeanlage die anfallenden Regenmengen nicht mehr bewältigen. Überschwemmungen sind die Folge. Bemessungsfehler führen zu Störungen
1. Die
Nutzer des Gebäudes haben mehr Platz.
2. Es entsteht kein störender Lärm im Gebäude.
3. Bei Wartungsarbeiten entfallen störende
Gerüche.
Pumpenschächte sind sorgfältig auszulegen. Dies gilt nicht nur hinsichtlich Zulauftiefe, Nutzvolumen, Verkehrslastklasse oder Grundwasseranforderungen. Besonderes Augenmerk sollte auch auf eine dauerhaft dichte Konstruktion gelegt werden, um In- und Exfiltration zu vermeiden.
Be- und Entlüftung sorgen für Druckausgleich
Durch Faulprozesse entstehen in den Behältern der Hebeanlage Gase. Um diese sicher abzuführen, benötigt jede Anlage eine ausreichende Entlüftung. Umgekehrt muss der Unterdruck in dem Behälter, der beim Abpumpvorgang entstehen kann, ausgeglichen werden. Die Lüftungsleitung kann wie folgt ausgeführt werden:
1. als separate
Leitung über Dach,
2. als Neben- oder Sekundärlüftung über Dach,
3. parallel zu einer außen liegenden Regenfallleitung
über Dach,
4. mit einer Lüftungshaube auf dem Grundstück.
Ohne Rückstauschleife kein Rückstauschutz
Abwasser-Hebeanlagen schützen nur dann effektiv gegen Rückstau, wenn eine ausreichend ausgebildete Rückstauschleife vorhanden ist. Doch gerade hier werden teilweise aus Kostengründen, teils aufgrund fehlender Abstimmung zwischen den beteiligten Gewerken oder aber aus Unwissen Kompromisse eingegangen. Der Rückflussverhinderer allein ist kein ausreichender Schutz. Er verhindert nur das Zurückfließen von bereits gefördertem Abwasser -- für aus der Kanalisation drückendes Wasser ist er nicht ausgelegt. Wenn der Verschluss undicht wird, muss die Pumpe ständig laufen, sodass im schlimmsten Fall eine Überflutung möglich ist. Rückstauschleifen innerhalb von Gebäuden bergen die Gefahr, dass sie zu niedrig verlegt werden, weil die Deckenunterseite unter der Rückstauebene sitzt. Für die Berücksichtung einer korrekten Rückstauschleife bestehen im Außenbereich die folgenden Möglichkeiten:
1. in das Gebäude zurückführen (auf Revisionsöffnung und geradlinigen Verlauf achten, Bögen möglichst vermeiden);
2. in einem Nebengebäude (Garage, Geräteschuppen, Müllhäuschen o. Ä.) aufstellen;
3. einen Erdwall ausbilden (Erdüberdeckung gemäß den klimatischen Bedingungen, Überflutung durch Oberflächenwasser vermeiden).
Werden Leitungen in frostgefährdeten Bereichen installiert, wie in Garagen, so muss die Druckleitung beheizt und gedämmt werden.
Fazit
Die Ableitung von Schmutz und Regenwasser mittels Abwasser-Hebeanlagen muss nach den anerkannten Regeln der Technik erfolgen. Dies erfordert die frühzeitige Erstellung eines ganzheitlichen Entwässerungskonzeptes. Neben der Lage der Rückstauebene ist die Nutzung der einzelnen Gebäudeteile festzulegen und das daraus resultierende Abwassernetz auf die baulichen Gegebenheiten abzustimmen. Erst dann sollte mit der klassischen Auslegung begonnen werden. Auf die Vermeidung aufgezeigter Fehler bei der Projektierung ist zu achten. Kleine Ursachen können oft schwerwiegende Folgen nach sich ziehen und nur mit großem Sanierungsaufwand wieder korrigiert werden. Eine detailgenaue Planung ist daher besonders wichtig. Zwar bietet die Summe der Hersteller eine breite Palette von Standardanlagen an. Nicht immer aber ist die preiswerteste Lösung auch die wirtschaftlichste. Hier empfiehlt sich eine Gesamtkostenbetrachtung über die geplante Nutzungsdauer unter Einbeziehung der zu erwartenden Betriebs- und Folgekosten sowie der Betriebssicherheit (z.B. Doppelpumpe). Bei der Auswahl von Hebeanlagen sollten die Verantwortlichen auf Unternehmen zurückgreifen, die sowohl eine kompetente Projektbetreuung als auch dauerhaften Service anbieten.



