Volljährige Nesthocker sind der Horror zahlreicher Eltern. Die erwachsenen „Kinder“ sind seit Jahren berufstätig, könnten schon lange alleine leben und ohne Probleme von Zuhause ausziehen und dennoch genießen sie nach wie vor den Luxus des mütterlichen Beherbergungsbetriebs in vollen Zügen. Gerade der alljährliche Muttertag ist die perfekte Gelegenheit, um endlich aus dem „Hotel Mama“ auszuchecken. Die Redaktion des Immobilienportals Immonet.de nennt die wichtigsten Gründe für die Eigenständigkeit.
Nesthocker im elterlichen Zuhause
Oftmals siedeln sich junge Leute bereits im Teenageralter im ausgebauten Dachboden oder im Keller des Eigenheims an. Platz gibt es ja genug und das Flügge werden scheint nicht notwendig zu sein. Bei der Frage des Auszugs spielen natürlich auch hohe finanzielle Ansprüche und lange Ausbildungszeiten eine Rolle, die sich durch das Wohnen bei den Eltern besonders komfortabel kompensieren lassen. Ein weiterer wichtiger Grund: die Bequemlichkeit. Nachdem es doch Zuhause bei Mama so einfach ist, fragen sich viele, warum sie ausziehen und auf Wasch-, Putz- und Kochservice verzichten sollen – zumal Mama das doch übernimmt. Denn die eigenen vier Wände bringen natürlich neben der vermeintlichen Freiheit auch jede Menge an Kosten und Arbeit mit sich. Wer hat schon Lust, den wohlverdienten Feierabend dann auch noch de lästigen Haushaltspflichten zu opfern?
Kostenlose Vollpension war gestern!
Trotz Annehmlichkeiten bringt die Rundum-Versorgung schwerwiegende Nachteile mit sich: Die erwachsenen „Kinder“, die sich vom Zuhause nicht trennen können, nehmen im Erwachsenenalter eine ähnliche Rolle wie in ihrer Jugendzeit ein. So kommt es zwischen den Generationen natürlich zu Reibungspunkten. Denn Zuhause bei den Eltern ist man immer noch das Kind – egal in welchem Alter. Da beschwert sich Mutter beispielsweise über das Werkzeug, welches nicht ordentlich verstaut ist, oder über das Motorrad, das nicht richtig in der Hofeinfahrt geparkt wurde. Das Zusammenleben erfordert viel mehr Kompromisse als ein Leben außerhalb des elterlichen Nests. Aber trotzdem fällt es vielen „Nesthockern“ schwer, sich sowohl räumlich als auch finanziell von Zuhause zu lösen.
Das Leben selbst in die Hand nehmen
Gerade bei jungen Männern ist das „Hotel Mama“ beliebt. Frauen hingegen ziehen früher von Zuhause aus. Den rechtzeitigen Absprung vom Elternhaus sollte jedoch keiner verpassen. In der Regel löst sich die Frage des Auszugs mit dem Beginn einer Ausbildung oder der Aufnahme eines Studiums fast von selbst. Natürlich muss man dann die lästige Haushaltsführung selber übernehmen. Wer jedoch nicht von heute auf morgen alleine wohnen möchte, der sollte sich zunächst einmal ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft suchen – so hat man jederzeit Ansprechpartner und lebt dennoch unabhängig.
Nestflüchter: Leben wie man es möchte
Eine räumliche Distanz zwischen Eltern und erwachsenen Kindern bringt entscheidende Vorteile mit sich: Durch einen Auszug entschärfen sich in der Regel Konflikte mit Eltern und Geschwistern. Fakt ist: Leben unterschiedliche Generationen mit verschiedenen Einstellungen auf engstem Raum zusammen, kommt es schon gelegentlich zu angespannten Situationen. Der Umgang miteinander verändert sich durch den Auszug meist positiv. So sieht man sich nicht mehr ständig und es kommt seltener zu alltägliche Streitigkeiten und Konflikte. Außerdem: Wer sich erst einmal räumlich von Zuhause gelöst hat, der schätzt die Besuche im elterlichen Zuhause ganz anders. Zudem wächst der gegenseitige Respekt – insbesondere der Kinder vor den Eltern.
Das eigene Leben in die Hand zu nehmen, bietet zahlreiche Vorteile. Nicht nur für die persönliche Entwicklung, sondern gerade auch zur Entlastung der Mutter. Dann sind Besuche daheim umso schöner – gerade auch am Muttertag.



