Eine der größten staatlichen Subventionen in der
Bundesrepublik war die so genannte Eigenheimzulage, die
mit dem Gesetz zur Abschaffung der Eigenheimzulage vom 22.
Dezember 2005 gekippt und seit dem 01. Januar 2006 auch
nicht mehr gewährt wurde. Die Folge war ein dramatischer
Einbruch bei den Bauanträgen um fast ein Drittel im
darauf folgenden Jahr.
Inzwischen hat sich die Branche erholt und dank vieler
neuer Konzepte die nötigen Anreize gegenüber den Kunden
geschaffen, um diesen den Einzug in die eigenen vier
Wände möglich zu machen.
Seit dem Wegfall der Eigenheimförderung durch den Bund
ist es dennoch für Bauwillige schwieriger geworden, den
Traum vom eigenen Haus zu verwirklichen. Wie die „aktion
pro eigenheim“ festgestellt hat, können aber
Initiativen auf kommunaler Ebene hier einspringen.
Tatsächlich listet die Datenbank der „aktion pro
eigenheim“ viele Kommunen auf, die zum Teil beachtliche
Summen zur Verfügung stellen, um den Bau von Eigenheimen
in ihrer Gemarkung zu fördern.
Bis zu 80.000 € durch kommunale Förderung möglich
Die Maßnahmen, mit denen Städte und Gemeinden junge Familien beim Hausbau unterstützen, sind vielfältig. Da wird es, z.B., Familien ermöglicht, Baugrundstücke kostengünstig zu erwerben. Entweder handelt es sich um Land, das bereits in Kommunalbesitz ist und zu geringen Preisen abgegeben wird, oder die Kommune fördert durch finanzielle Zuschüsse den Erwerb von Baugrund von anderen Eigentümern. Aber auch zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse zu den Bauzinsen werden angeboten. Oft können von einem Bauherrn gleich mehrere Fördermaßnahmen in Anspruch genommen werden; dabei lassen sich die Kosten für das eigene Haus leicht um einige Zehntausend Euro senken. So werden, z.B., in strukturschwachen Regionen wie Sachsen-Anhalt in einigen Gemeinden Grundstücke schon mal für sage und schreibe 1 € verkauft.
Win-win- Situation für Bauherren und Kommunen
Natürlich handeln die Kommunen hier nicht
aus reiner Selbstlosigkeit. Einwohnerschwund ist für sie
eine kostspielige Angelegenheit, und Familienförderung
ist ein gutes Mittel dagegen. Eine rückläufige
Bevölkerungsentwicklung bedeutet weniger Steuereinnahmen
und einen Verlust an Wirtschaftskraft. Daher ist ein
regelrechter Wettbewerb zwischen den Städten entstanden,
in dem es darum geht, die Attraktivität der jeweiligen
Gemeinde insbesondere für wirtschaftlich aktive Bewohner
hervorzuheben. Oft wird dabei die Familienfreundlichkeit
der Stadt betont, um speziell junge Familien dazu zu
motivieren, sich in der Gemeinde anzusiedeln. Daraus
ergibt sich eine positive Wirkungskette: durch die höhere
Zahl von Familien in der Gemeinde lohnen sich
Infrastrukturprojekte und Investitionen in Kindergärten
und Schulen; für Einzelhändler und Dienstleiter ist es
attraktiv, sich ebenfalls in der wachsenden Gemeinde
anzusiedeln. Insgesamt wird damit die jeweilige Stadt als
Wohnort für weitere Familien interessanter.
Meist steigen die Fördersummen mit der Zahl der Kinder,
so dass größere Familien besonders begünstigt sind –
und die Gemeinden sichern sich gleichzeitig für die
Zukunft höhere Einwohnerzahlen und die Gunst dankbarer
Wähler.
Fazit
Inzwischen existiert ein Datenbestand von mehr als 600 Gemeinden, die über die gesamte Bundesrepublik verteilt solche Förderungen anbieten. (siehe auch unter http://www.aktion-pro-eigenheim.de) Es lohnt sich also, sich die Programme der Gemeinden in der Region, in der gebaut werden soll, genauer anzuschauen, um eventuell den einen oder anderen Euro sparen zu können.



