DGB Chef Sommer sowie die ehemalige Bewerberin um das
Bundespräsidentenamt, Frau Gesine Schwan, warnten vor
sozialen Unruhen in Deutschland als Folge der herrschenden
Wirtschaftskrise – ein Thema, das gerade in
Wahlkampfzeiten erheblichen Sprengstoff birgt. Die Suche
nach wirksamen politischen Maßnahmen gegen die wachsende
Ungleichheit in der Gesellschaft führt unmittelbar in die
USA, denn dort wurde ein entscheidender Zusammenhang
geschickt ausgenutzt, nämlich der zwischen Hauseigentum
und sozialem Konfliktpotential. Leider führte der
Versuch, über die Förderung von Hauseigentum sozialen
Spannungen vorzubeugen, zur Überreizung der
Immobilienfinanzierung selbst.
Die Suche nach den Ursachen der gegenwärtigen
Wirtschaftskrise hat dann auch schnell zum amerikanischen
Immobilienmarkt geführt. Die Vergabe von Krediten an
wenig zahlungskräftige Kunden, die sich den Traum vom
eigenen Haus erfüllen wollten, wurde – neben dubiosen
Kreditverschiebeaktionen der Banken - als eines der Übel
im System ausgemacht. Bei näherem Hinsehen zeigt sich
jedoch, dass die Förderung von Wohneigentum seit
Jahrzehnten ein Eckpfeiler der amerikanischen
Sozialpolitik ist: die Banken wurden ausdrücklich von der
Politik ermutigt, auch ärmeren Schichten der Bevölkerung
den Hausbau zu ermöglichen – und zwar von Regierungen
aller politischen Richtungen. Dies wird von den
Professoren Eggert und Krieger von der Universität
Paderborn in einem im Juni im Wirtschaftsdienst erschienen
Artikel eindrucksvoll belegt (Wirtschaftsdienst -
Zeitschrift für Wirtschaftspolitik 6/2009). Die
US-amerikanische Wohnungspolitik basiert auf der
Erkenntnis, dass Hauseigentümer in Krisensituationen, wie
Arbeitslosigkeit oder Krankheit, sowie im Alter seltener
zu Sozialfällen werden. Sie sind nicht nur besser gegen
Obdachlosigkeit abgesichert, die Tatsache, dass sie
Wohneigentum besitzen, verschafft ihnen einen sozialen
Status, der es erleichtert, Überbrückungshilfen zu
erhalten und so schwierige Lebenssituationen zu
überwinden.
Förderung von Eigentum schützt vor Armut und vermeidet soziale Unruhen
In einer Gesellschaft, die die Verantwortung des einzelnen in den Vordergrund stellt, d.h., Arbeitslosenunterstützung, Sozialhilfe und öffentlich finanzierte Renten immer weiter reduziert, ist es offensichtlich, dass die Förderung des Hauseigentums besondere Bedeutung erhält. Soziologen in den USA identifizierten einen zirkulären Zusammenhang: in Städten mit hoher Eigentumsquote ist der Bedarf an sozialer Unterstützung deutlich geringer als anderswo. Umgekehrt führt ein Zurückfahren sozialer Leistungen, wie wir es seit geraumer Zeit auch in Deutschland beobachten, zu einer höheren Eigentumsquote, da die Bürger wenigstens das ‚Dach über dem Kopf’ sichern wollen, wenn schon andere Lebensrisiken akuter werden. (Vgl. z.B. Castles 1998). Einige Autoren gehen sogar so weit, zu konstatieren, dass eine höhere Eigentumsquote bei ökonomisch unterprivilegierten Schichten die Wahrscheinlichkeit sozialer Unruhen deutlich reduziert (Sternliebs 1967, nach Bratt 2009).
Hauseigentum muss nicht in die Krise führen
Das
Konzept, die Bürger durch einen hohen Anteil an
Wohneigentum besser vor Krisen zu schützen und ihnen eine
stabile Grundlage für den Erhalt eines hohen sozialen
Status zu verschaffen, ist nach wie vor gültig. Gerade in
einer Situation, in der der Staat Lebensrisiken immer
weniger umfassend absichern kann (und will), kann man auf
dieses Instrument der Wirtschaftspolitik nicht
verzichten.
Was ist aber zu tun, um eine krisenhafte Entwicklung, wie
wir sie in den USA beobachten mussten, zu verhindern?
Aufklärung der Kunden über die Risiken bei Finanzierung und Hausbau dringend geboten
Sicher
ist in der Vergangenheit versäumt worden, den
Finanzsektor wirkungsvoll zu regulieren. Die
Bankenaufsicht wird sich so genannte Finanzinnovationen,
die die Risiken in der Art eines Pilotenspiels auf den
jeweils nachrückenden Marktteilnehmer verschieben und zu
einer völligen Intransparenz der Risikoverteilung bei der
Kreditvergabe führen, in Zukunft genauer anschauen
müssen. Die Zeiten eines naiven Fortschrittsglaubens in
die Segnungen immer gewagterer Finanzkonstrukte sind
vorbei. Dies darf jedoch nicht dazu führen, dass die
Kreditvergabe bei gut abgesicherten Vorhaben für
Hausbauer zum Problem wird. Dazu ist es notwendig, auch
die Angebotsseite zu beleuchten. Die zukünftigen
Hauseigentümer müssen ihre finanziellen Möglichkeiten
realistisch einschätzen. Das Preis-Leistungsverhältnis
beim Hausanbieter muss stimmen, und das Haus muss den
finanziellen Möglichkeiten der Bauherren entsprechen.
Bauen oder der Erwerb von Wohneigentum ist in Deutschland
vergleichsweise teuer, und entsprechend niedrig ist die
Eigentumsquote. Hier ist der Markt gefragt, Alternativen
anzubieten, bezahlbare Häuser, die es auch Familien mit
durchschnittlichen Einkommen erlauben, Wohneigentum zu
schaffen und damit für die Zukunft vorzusorgen.
Wahre Pionierarbeit auf diesen Gebieten leistet eine noch
junge Firma aus Berlin, die K.O.M. Concept GmbH, die neben
einem äußerst interessanten Hausangebot jedem
potentiellem Kunden zunächst eine vollständige Beratung
und Bauaufklärung bietet.
Fazit
Die Unruhe ist groß, und zu Recht fürchten viele Bürger, die Lasten der Krise werden einseitig auf ihren Schultern abgeladen. Sogar von drohenden sozialen Unruhen in Deutschland ist die Rede. Bei aller Vorsicht, die angesichts der Entwicklung in den USA geboten erscheint, sollte das Instrument der Erhöhung der Wohneigentumsquote nicht vernachlässigt werden. Hier können entsprechende Angebote helfen, aber auch ein klares Bekenntnis der Politik zu diesem sozialen Konzept.
-----------
Bratt, Rachel (2009): Homeownership as Social Policy in
the U.S.:
Risk and Responsibility After the Subprime Crisis
http://www.tudelft.nl/live/pagina.jsp?id=6c837553-02e9-452
4-9864-
d17cd7d56206?=en&binary=/doc/Bratt.pdf
Wolfgang Eggert, Tim Krieger (2009): „Home Ownership“ als Substitut für Sozialpolitik: Zum Entstehen der Finanzkrise in den USA, in: Wirtschaftsdienst Nr. 6/ 2009 (Juni 2009).
http://presse-kom-concept.blogspot.com/



